Donnerstag, 3. Juli 2008

Geschafft! ... oder: Es braucht so wenig, um glücklich zu sein

Morgens aufwachen, direkt in den Himmel schauen, ein paar Flecken Blau mit zunehmend dunkler werdenden Schlieren, den ersten Blitz sehen. Auf den Wecker schauen, der kurz vor Klingeln anzeigt. Sich in der angenehm kühlen Morgenluft noch ein paar Mal wohlig recken und einfach so zugucken, wie alles sich entwickelt.

Und noch genug Zeit haben, das Bettzeug vom Balkon zu retten,ehe die ersten richtig dicken Tropfen fallen.

(Ich denke an dieses Buch, in dem einer der Protagonisten, Forscher und Weltreisender, sich im tiefsten Winter - ebenfalls auf dem heimischen Balkon - aus seinem Polarschlafsack schälte, weil er schon seit Jahren nicht mehr hinter Wänden unter einem Dach schlafen konnte. Seine Nachbarn fanden ihn mehr als schrullig.
Ich denke, ich sollte seinem Beispiel folgen. Oder gibt es sonst noch jemanden, der vor dem Einschlafen den Flug der Fledermäuse beobachten kann?)

Mittwoch, 2. Juli 2008

Erkenntnis

Las ich doch neulich in die Die Zeit:

Jeder Soldat muss lernen: Vergewaltigung ist eine Straftat.

Wer so ´was liest, denkt sich seinen Teil. Und auch ich hatte so einschlägige Vorstellungen davon, worum es geht, dass ich nicht das Verlangen verspürte, ernsthaft die diesbezüglichen Mitteilungen zur Kenntnis zu nehmen (auch wenn die Thematisierung in einer deutschen Zeitung darauf hin deutet, dass bei neuerdings zunehmender Gegenwart des deutschen Soldaten an den Kriegsschauplätzen dieser Welt die Sache im hiesigen Bewusstsein an Bedeutung gewinnt) und also gar nicht weiter las.

Irgendwie bleibt es aber doch der Rede wert, dass man derlei Erkenntnisse für wert befindet, sie - so zeitungstechnisch - überhaupt zu erwähnen. Denn lernen, selbst wenn man so ´was als allgemeingültiges Gedankengut befinden mag, müssen das möglicherweise auch allerhand andere Leute. Bis vor kurzem z.B. manch Ehemann, der sich einbildete, gewisse eheliche Rechte zu haben, die seine angetraute Frau zwar nicht immer zur gleichen Zeit als solche empfunden haben mag, aber ... nunja, der Gesetzgeber mochte sich hier nicht einmischen.. Denn Sex gehörte entschieden nicht zu den Dingen, in die man sich überhaupt einmischen wollte, wenn denn Aussenstehende damit nicht behelligt werden. Und meistens findet die Sache ja doch in Abwesenheit Dritter statt. Wer wollte da im Nachhinein entscheiden, was einvernehmlich war und was nicht?

Mit dem Sex in Kriegszeiten ist das sowieso eine Sache für sich. Klar gibt es auch da Verliebte; die gibt es immer und überall. Aber gerade im Krieg häuft sich die Not, und Geld - auch wenn man´s hat - versinkt in seiner Bedeutung im Bodenlosen. So fernab von allen Lieben und tief in allerhand Not verstrickt mag mancher manchen Sex, der vielleicht nicht so ganz vom Glück beseelt ist, am Ende illusionär für mehr als ein Tauschmittel halten. Da ist die Grenze, über die man gehen muss, um sich zu nehmen, was nicht freiwillig geschieht, ohnedies hauchdünn. (Versteht bis hierhin noch einer, wovon ich rede? Man denke nur an Zigaretten, Schokolade und Nylonstrümpfe in der Nachkriegszeit.)

Naja. Ohnedies sind körperliche Grenzüberschreitungen in Kriegszeiten mehr als Straftaten. Sie sind Ausdruck der Macht, die der eine über den anderen hat oder wenigstens haben möchte, Ausdruck des Sieges über den anderen. Kein grosser Unterschied zwischen Foltergefängnissen und Vergewaltigung der Frauen des besetzten Landes. Immer will man sagen: "Siehst du, i c h mache das jetzt. Und du kannst gar nichts dagegen tun, weil ich dich besiegt habe."

Woran man wieder erkennen kann, dass sich der Mensch nicht verändert hat, seit er Urmensch war. Da haben auch die verschiedenen Stämme einander bekämpft und sich die Frauen abgejagt. Ich sehe vor mir eine von diesen BBC-Reportagen, die ja neuerdings (weswegen man sie auch so liebt) sehr anschaulich mit kleinen echt scheinenden Einspielern versehen sind: So ein Urmensch greift sich eines von diesen geklauten Weibchen des anderen Stammes, schmeisst sie auf den Boden, bäuchlings, rückt sie sich zurecht und ... Das Weibchen, in Hundestellung (die nicht ganz unwichtig ist, besagt sie doch, dass es keine Rolle spielt, wie so ein besiegtes Weibchen aussieht, Hauptsache, es ist eben ein Weibchen, schwach und mit dem nötigen biologischen Zubehör ausgestattet), duldet still vor sich. Und der Zuseher fragt sich, ob das damals so Sitte war, rein sexualverhaltenstheoretisch, oder schon damals ein Machtgedanke dahinter steckte.

Übrigens wurden diese Weibchen zur Stammeserhaltung geklaut und ganz normale Mitglieder des Clans. Was man von den Opfern der heutigen Kriegsgewinnler ganz sicher nicht behaupten kann. Da immerhin war der Urmensch dem heutigen (wenn BBC Recht hat) um einiges voraus.

Samstag, 28. Juni 2008

Tränen ...

... gelacht, weil immer wieder schön!

einfach ansehen

Samstag, 21. Juni 2008

Synästhesie ... oder: Von der Schwierigkeit, ein Fussballspiel zu verfolgen

Ich habe ja, das gebe ich zu, nicht die geringste Ahnung vom Fussball. Jedoch, um mitreden zu können, sehe ich mich genötigt, alle zwei Jahre die grossen Festspiele zu verfolgen und habe mir deswegen gewisse Grundkenntnisse angeeignet, die mich zum Verständnis des Ganzen befähigen. So ahne ich, wie das mit dem vieldiskutierten Abseits ist, weiss, dass in Meisterschaftsspielen erst verlängert und dann Elfmeter geschossen wird. Habe auch kapiert, wann wer gelbe und rote Karten kriegt und was das nach sich zieht. (Mein Zeitungshändler, von dem ich mich in Zweifelsfällen auf den neuesten Stand bringen lasse, meint dass ich mich entwickeln würde.)
Es sollte mir also möglich sein, ein ganz normales Spiel halbwegs entspannt zu verfolgen. Insbesondere dann, wenn Deutschland eben nicht mittut. Obwohl ... natürlich schaut man kein Spiel, in dem es nicht einen gibt, dem man den Sieg wünscht.
Heute waren´s die Kroaten, die ich im Grunde nicht mehr leiden kann als die Türken, aber wir haben hier in Deutschland weniger von ihnen und also ... Kurzum: Ich stelle mir vor, wenn die Türken gegen die Deutschen spielen (was ja nun leider der Fall ist) wird in ausgewählten Regionen so eine Art Krieg ausbrechen, weil die sportbesessenen Gemüter überschwappen. Und ich habe keine Lust darauf, am "Morgen danach" irgendwo irgendwelche Blutspuren auf dem Pflaster vorzufinden. So etwas vertrage ich am frühen Morgen ganz und gar nicht.

So bangte ich also heute und befand mich dabei in einiger Verwirrung, denn mein synästethisches Gemüt spielte mir übel mit. Ein ganzes Spiel lang musste ich mir immer wieder sagen: Blau ist gut! Was in meinem Kopf nur wenig Platz hat. Denn Blau ist nicht gut. Blau ist meine linke Hand, die viel weniger kann (so lag mein dummes Gefühl am Ende viel richtiger als mein Wollen). Meine rechte hingegen ist rot. D i e kann alles.
Blau ist auch das "E"; das rote "A" mag ich viel lieber. Blau sind Herzschmerzen, das musikalische "Cis" (das ich auch nicht so dolle finde) und kritische Bemerkungen. Blau ist so ziemlich der Ausdruck von allem, was mir nicht gefällt. (Aber: Als Pulloverfarbe mag ich es durchaus. So ein ganz bestimmtes, nicht zu dunkles Blau in diesem Fall.) Blau sind Tenorstimmen (Männer sollen gefälligst tiefe Stimmen haben) und Sexualstraftäter.

Ein ganzes Fussballspiel lang, noch dazu ein so langes, da sitzen zu müssen und immer zu murmeln: "Blau ist gut!", ist eine schwierige Sache.

Und noch dazu war´s so vergeblich.

Da unten hupen sie wieder, die Roten. Die ich eigentlich viel mehr mag. Wenn es nur nicht nicht so wäre, dass eben auch Blut rot ist...

Sonntag, 1. Juni 2008

Oben und unten

strichmaennchen

Das ist die erphschwester.

Die erphschwester steht jeden Morgen auf und macht sich für die Arbeit fertig. Da geht sie hin und bleibt bis zum späten Nachmittag dort. Macht ihr nicht immer Spass, aber muss sein. Weil ... erphschwester kriegt dafür Geld, das sie für die Miete, das Essen, Klamotten und auch mal´n Eis braucht.
Am Monatsende kriegt erphschwester einen Gehaltszettel, auf dem oben viel mehr drauf steht als unten. Die Zahl unten ist das, was erphschwester später ausgeben kann. Die Zahl oben nimmt das Finanzamt, die Rentenkasse, die Krankenkasse und noch zwei, drei Leute mehr, um festzustellen, was alles erphschwester von ihrem Geld abgeben muss, um den Rest ´rauszukriegen.

Die Rentenkasse nimmt das Geld, das sie von der erphschwester kriegt, um die heutigen Rentner zu bezahlen. Die arbeiten nicht mehr und können schon froh sein, dass sie ein paar Jahrzehnte früher geboren sind als die erphschwester. Denn erphschwester weiss jetzt schon, dass sie - wenn sie mal als Rentner nicht mehr arbeitet - viel, viel weniger kriegen wird als die heutigen Rentner. Da können aber die heutigen Rentner nix für. Die haben früher genauso viel gearbeitet wie die erphschwester, vielleicht sogar noch mehr.

Die Krankenkasse will das Geld von der erphschwester, falls die mal krank wird. Geht erphschwester dann zum Arzt, will der ausserdem noch 10 Euro, auch für die Krankenkasse. Verschreibt der Arzt der erphschwester Medikamente, muss sie die auch selbst bezahlen und allerhand anderes noch dazu. Erphschwester weiss nicht, was sie von der Krankenkasse kriegt, wenn sie mal so richtig, richtig krank ist. Das will sie auch lieber nicht ausprobieren.

Da ist dann noch das Finanzamt. Das will das Geld von der erphschwester nicht für sich selbst, sondern für den Staat. Der ist dafür da, für alles zu sorgen, was die Menschen im Land notwendig brauchen: Gesetze, Umweltschutz, Schutz vor Terroristen. Für all das braucht der Staat, klar, Geld. Damit er diese ganzen Sachen machen kann und all die Leute bezahlen, die sich um diese ganzen Sachen kümmern.
Erphschwester findet das gut, dass sich jemand um diese wichtigen Sachen kümmert.

Letzthin hat erphschwester nachgedacht und dabei festgestellt, dass der Staat früher ganz andere Sachen gemacht hat als heute. Klar hat der sich auch damals um Gesetze gekümmert, aber die waren damals anders. Damals dachte der Staat noch, er muss sich auch um die Infrastruktur kümmern.
Weisste nicht, was das ist? Macht nix, erklär´ ich dir. Infrastruktur sind die Sachen, die so ein Land braucht, um zu funktionieren: Strassen, Strom- und Gasversorgung, Post und Telefon, Bahnen und Busse. Gehörte früher alles dem Staat. - Glaubste nich? Is auch schon lange her.

Immer zwischendurch, wenn der Staat merkte, dass all das Geld, das er so ausgibt, mehr ist, als das, was er von Leuten wie der erphschwester kriegt, hat der Staat mal ´was verkauft und das PRIVATISIEREN genannt. Prima Sache das, weil er Geld dafür gekriegt hat und sich nicht mehr drum kümmern musste.
Was draus geworden ist, kann man zum Beispiel an den Stromversorgern sehen: Die haben den Strom immer teurer gemacht und um das Netz haben sie sich auch nicht gekümmert. Oder bei der Postbeförderung und dem Telefon: Die haben alles immer teurer gemacht und sich weder um ihre Kunden, noch um ihre Mitarbeiter gekümmert (die verdienten immer weniger).
Diese Woche haben sie auch die Bahn ganz richtig privatisiert. Aber nur die Bahn und die Bahnhöfe. Das Netz, also die Schienen, gehört weiterhin dem Staat; soll der sich doch drum kümmern!

Erphschwester findet das eine tolle Idee. Wenn sie nächsten auf ihren Gehaltszettel guckt, weiss sie, dass sie weiterhin für das Schienennetz bezahlt ... weil das gehört ja irgendwie noch ihr ... aber wenn sie mal selbst Zug fahren will, bezahlt sie viel Geld an die privaten Investoren.

Und beim nächsten Mal sprechen wir darüber, warum Investoren so heissen, obwohl sie nicht investieren, sondern Geld verdienen wollen.

Donnerstag, 29. Mai 2008

Milch in Strömen ...

... verheisst uns der Einzelhandel, während die Bauern behaupten, schon morgen dürfte es die ersten Engpässe geben.

Abgesehen davon, dass der drohende Mangel mich allzu sehr dann doch nicht beeindruckt, weil es jede Menge andere Lebens- und Trinkdingens gibt, bin ich doch gleichzeitig auch wiederum tief beeindruckt vom Zusammenhalt der Bauern.
Einstmals, im Arbeiter- und Bauernstaat, galten die Arbeiter als die mächtigere Kraft. "Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will.", hiess es da.

Inzwischen wissen wir, dass die Arbeiterschaft vom bescheidenen Wohlstand, den man mit fleissiger Hände Arbeit erwerben kann, bereits hinreichend korrumpiert ist. Streik? - Nein, Danke! ... Sagt zwar keiner mehr, denken aber viele.

Bauern, so erfahren wir nun, haben diese Skrupel nicht.
Da mag man sagen, was man will. (Die Erinnerungen der Mutter im Hinterkopf, dass damals, in der hungrigen Nachkriegszeit, die Bauern auf ihren Kartoffeln sassen und manch Kind mit aufgeblähtem Bauch scheinbar leichten Gewissens ungefüttert vorbei ziehen liessen, erinnere ich mich auch des Hinweises: Schlimm ist der Hunger nur in der Stadt. Ein Bauer ist noch nie verhungert.--- Lang, lang ist´s her, sage ich mir, und hat eigentlich mit dieser Sache nichts zu tun.)

Die Geschichte des Milchpreises der letzten Jahre ist beinahe undurchschaubar. Erstaunlicherweise streiken die Bauern jetzt und nicht schon im Jahr 2006, wo der Preis bei 27 Cent pro Liter stand. Mag sein, dass Firma Müller ihre Aktie daran trägt. Jedenfalls liegt dieser Gedanke nahe.
Denn als es noch der Markt war, der den Preis bestimmte (und im letzten Jahr wieder nach oben trieb, weil der asiatische Markt sehr nachfragte), beklagte sich kein Bauer. Jetzt aber, wo Müller die Bauern sehr nachhaltig aufgefordert hatte, aus dem Verband auszutreten, und bekannt gab, nurmehr mit denen zusammen arbeiten zu wollen, die aus dem Verband ausgetreten sind, da zeigte sich erster Widerstand.

Zunächst waren´s nur ein paar störrische Bayern, die da meinten, s o liessen sie nicht mit sich umgehen. Inzwischen macht auch Meck-Pom mit.

Wir alle jedoch dürfen uns inzwischen fragen, wer schlimmer ist: Die Bauern, die Milch einfach W E G S CH Ü T T E N? (Denk an die hungernden Kinder in Afrika, China und Indien!) Oder wir, die wir Lebensmittel so gering schätzen, dass wir uns niemals fragen, warum die Milch so billig ist, sondern immer nur: w o sie am Billigsten ist.

Ich jedenfalls, die nach Mutterns überkommenen Erinnerungen eine sonderlich gute Meinung von Bauern nicht hatte, beginne mich zu fragen , ob sie nicht das Selbstbewusstsein haben, das jeder Werktätige in diesem unserem werdenden Billiglohnland haben sollte. Dort, wo der Städter sich in nur wenigen Jahren mit HARTZIV, Ein-Euro-Jobs und 400-Euro-Basis abgefunden hat, beharren diese sturen Bauern darauf, dass ihre Arbeit einträglich genug zum Lebenserhalt sein müsse; andernfalls gäbe man sie auf.

Manchmal, ja, manchmal ist es ganz hilfreich, den einfachen Milchbauern um seine Meinung zu befragen. Der kennt Heuschrecken nur als Ungeziefer in der Landwirtschaft. Der schert sich nicht um Globalisierung, weil Frischmilch auf dem Weg nach Asien am Ende doch nur sauer wird. Der sieht - vielleicht - nur von hier bis zum Horizont, dabei aber sehr viel klarer als all jene, die uns den Blick mit allerhand Nebel verschleiern wollen.

Mittwoch, 21. Mai 2008

ANGST ... oder: Wie man einem Volk den Linksruck austreiben will

Jetzt haben sie doch glatt die Diätenerhöhung zurück genommen!

Das deutsche Volk steht oder sitzt da und staunt und versucht Worte zu finden. Die einen sagen "erst dreist, dann feige"; die anderen reden davon, dass sich die Erhöhung nicht "vermitteln" liess, nicht einmal den Abgeordneten selbst.

Damals, als sie es noch "kommunizieren" nannten (z.B. bei HartzIV), da machten sie sich keine Gedanken darüber, was die anderen davon halten. Sie selbst hielten ... aus, ganz tapfer, sogar angesichts der Demonstrierenden auf der Strasse, von denen sie ahnten, dass das erste schlechte Wetter sie schon wieder in ihre Stuben treiben würde.
Diesmal aber merkten sie den Widerstand.
Noch am wenigsten gegen ihre Diäten, die bestenfalls das Sahnehäubchen auf allem anderen waren. Es mag Momente gegeben haben, in denen sie sich abends im Bett, schlaflos, einen Generalstreik vorstellten. Solch einen, wie ihn Deutschland noch nie sah und wie ihn die Unternehmer schwer verkraften würden.

Man kann sich halt nicht drauf verlassen, dass so ein dummes Volk schluckt, alles und immer wieder. Irgendwann kriegt man die Quittung.

Einst hatten wir Politiker, die es nicht unbedingt darauf ankommen lassen wollten. Sie machten auch SACHEN, aber immer hübsch in Maßen, dass man´s vielleicht nicht einmal merkt. Die heutigen jedoch benehmen sich wie die Kinder: Sie testen aus, was man so machen kann. Wenn´s nicht geht, na gut, dann nimmt man die Dinge halt zurück und lässt sich womöglich noch dafür feiern, dass man die Brisanz erkannte. Am Ende klingt es wie grossmütiger Verzicht, obwohl´s am Anfang einfach frech war.

Vor vier Jahren haben wir uns gefragt, was so ein Volk alles mit sich machen lässt, wenn es deutsch und obrigkeitengläubig ist. "Die werden schon wissen, was sie tun." und "Man kann ja doch nichts machen.", sagten viele. Inzwischen erinnert sich manch einer von den vielen, dass doch nicht gar nichts geht, an der Wahlurne und im Tarifstreit und an manch anderen Orten noch.

Am Ende bleibt die Frage: Wenn der letzte Tropfen das Fass zum Überlaufen gebracht hat, wie kann man das Fass wieder leeren, ohne noch mehr zu verspritzen?

Donnerstag, 15. Mai 2008

erkenntnisse

- es gibt mehr nazis als linksextreme

- die linksextremen spielen in der partei die linken eine weitaus geringere rolle als lange zeit angenommen

- die linken (die partei) werden gleichwohl dennoch intensivst vom verfassungsschutz beobachtet - weil sie d a sind, weil sie ein programm haben und weil es ja irgendwie nicht angeht, dass linke in die parlamente kommen

- (na, meinetwegen: solange es so ausgeht wie bei den rechten, die so massiv unterwandert wurden, dass ihre unterwanderung das verbot unmöglich machte. )

- (frage: wie wohl sieht es aus, wenn die linken vom verfassungsschutz unterwandert werden? demonstrieren dann verfasungsschützer für den mindestlohn?)

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- 250 000 menschen sterben in diesem jahr am schlaganfall

- (abgesehen davon, dass ich schon schlimmere tode gesehen habe, ist es doch gut, dass man sich mental auf dieses grossereignis einstellen kann.)

- und - da wir einmal dabei sind - auch wenn man sich gut fühlt, kann da unten drin der darmkrebs lauern; promintente der b- und c-klasse weisen uns gelegentlich darauf hin und ersparen uns die life-bilder ihrer darmspiegelung; DANKE!

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- bilder des elends befördern die spendenbereitschaft, weshalb birma (oder wie auch immer das jetzt heisst) sehr viel weniger spenden erhält als nötig wären

- aber: die woll´n ja auch keine spenden, sondern wählerstimmen ... koste es, was es wolle

- übrigens war es bis jetzt schon ein einträgliches geschäft; da man ja keine ausländische kontrolle und mitwirkung beim spendengeschehen wünscht, hat dieser und jener sich bereits die taschen voll gehauen - sch... auf die bevölkerung!

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- geknallt hat´s nun auch in china, was das herz berührt und den dalai lama in den hintergrund schiebt

- irgendwie sind die chinesen ja doch ganz nett ...

- und mit dem dalai lama reden, auch wenn er gerade mal da ist ... naja, m u s s das denn sein?

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- das leben ist eines der gefährlichsten, weshalb wir doch alle möglichen leute im auge behalten wollen, nicht nur die linken

- da wären ja noch die islamisten, die laut dem berufsaufpasser die grösste bedrohung sind

- dass noch nichts passiert ist in deutschland, liegt nur an der hervorragenden arbeit der sicherheitskräfte (klar, wenn die ein paar kanister kaliumpermanganat oder wasserstoffperoxid oder was auch immer finden, dann identifizieren sie es gleich als bomenbaubasis und kassieren die kanister nebst besitzer ein.)

- (frage: wenn das so pfiffige kerlchen sind, warum laufen dann die parteinazis immernoch frei rum?)

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- frau m. hat sich ganz geschickt ausgedrückt: sie will weiterhin den haushalt konsolidieren, aber auch den bürgern zurück geben, was man ihnen zurück geben kann

- (frage: wer entscheidet, wie viel an ausgaben notwendig ist, ehe was zum zurückgeben übrig bleibt?)

- (keine frage: die 30 milliarden überschreitung des militärbudgets bis 2010 müssen wohl erst "rausgeholt" werden, ehe man an "rückgabe" denken kann.)

- (keine frage: die höhe der spritpreise in deutschland hat nichts, aber auch gar nichts mit irgendwelchen zusatzsteuern zu tun!)

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- eine empörende studie hat ergeben, dass ärzte an privat versicherten patienten mehr als doppelt so viel verdienen wie an den gesetzlichen; und das, obwohl die privaten nicht unbedingt höhere beiträge bezahlen

- die gleiche studie beweist auch, dass ohne die privaten so ein arzt oder krankenhaus gar nicht überleben könnte

- (fazit: wenn nur der arzt überlebt, warten wir blöden gesetzlichen doch gern im wartezimmer mit den holzstühlen, während die privaten praxiserhaltend auf ihren polsterstühlen platz nehmen und vor uns dran kommen)

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- nach der arbeitslosenversicherung verzeichnet nun auch die rentenversicherung überschüsse

- (frage: soll man sich nun darüber freuen oder darauf warten, dass irgendwer die hand darauf legt, zum beispiel für die finanzierung des überschrittenen militärbudgets?)

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- privatisierung ist geil! - seit post, energieversorger, müllabfuhr at all diesen weg gingen, wissen wir es nur zu genau: privatisierung schafft den preiswettbewerb nach oben. wer bietet mehr?

- nun ist auch die bahn dabei. und wir mobilen billig-arbeitnehmer, die wir schon längst nicht mehr genug geld für den sprit zum arbeitsplatz verdienen, dürfen uns auf noch mehr steigende preise und weg fallende (weil nicht profitable) strecken im bahnverkehr freuen

- ES LEBE DER WETTBEWERB ! (und die preisabsprache)

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- für all jene, die bis hier hin schon depressiv geworden sind, sei empfohlen die luxusmesse in münchen (wo sonst?); da kann der noch nicht verarmte bürger anschauen und kaufen(!), was der mensch zwar nicht braucht, aber auf jeden fall haben möchte

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WER HAT AN DER UHR GEDREHT? IST ES WIRKLICH SCHON SO SPÄT? SCHADE, DASS ES SEIN MUSS ...

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